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Sicher aufstehen im Alter: Tipps für Angehörige und Pflegekräfte

06.06.2026

Sicher aufstehen im Alter: Tipps für Angehörige und Pflegekräfte

Wenn das Aufstehen zur Herausforderung wird, verändert sich der Alltag für alle Beteiligten: für die betroffene Person ebenso wie für Angehörige und Pflegekräfte. Gleichzeitig ist Sitzen und Aufstehen eine der zentralen Alltagssituationen. Wer hier auf eine sichere Sitzposition, gute Hilfsmittel und klare Abläufe achtet, kann Stürze vermeiden, Kräfte schonen und die Selbstständigkeit länger erhalten.

Die richtige Sitzhöhe als Grundlage

Eine passende Sitzhöhe ist die wichtigste Voraussetzung für sicheres Sitzen und Aufstehen. Als Orientierung gilt: In der Sitzposition sollte der Winkel in der Kniekehle etwa 90 Grad betragen, die Füße stehen mit der gesamten Fußsohle stabil auf dem Boden.

Ist der Stuhl zu niedrig, müssen Beine und Rumpf deutlich mehr Kraft aufbringen, häufig wird der Oberkörper stark nach vorne „geworfen“, um genug Schwung zu holen. Das erhöht das Sturzrisiko und belastet Rücken, Knie und Hüfte. Ist der Stuhl zu hoch, hängen die Füße in der Luft oder berühren den Boden nur mit den Zehen – die Person fühlt sich unsicher, der Druck in der Kniekehle nimmt zu und das Aufstehen wird instabil.

Armlehnen: Haltegriffe für mehr Sicherheit

Armlehnen sind im Pflegealltag unverzichtbare Haltepunkte. Sie geben Orientierung beim Hinsetzen, Stabilität im Sitzen und Unterstützung beim Aufstehen.

Wichtig ist, dass die Armlehnen stabil und fest mit dem Stuhl verbunden sind, gut greifbar und nicht zu breit oder zu schmal ausfallen sowie in einer Höhe liegen, in der sich die Person bequem abstützen kann, ohne die Schultern hochzuziehen.

Beim Aufstehen helfen klare Schritte: Die Person setzt sich etwas nach vorn, stellt beide Füße sicher auf den Boden, stützt sich mit den Händen auf den Armlehnen ab und neigt den Oberkörper leicht nach vorne. So verlagert sich der Körperschwerpunkt über die Füße, bevor die Beine die Streckarbeit übernehmen. Armlehnen unterstützen diesen Ablauf und reduzieren das Risiko, seitlich wegzurutschen.

Stabil sitzen: So sieht eine gute Sitzposition aus

Sicheres Aufstehen beginnt mit einer stabilen Sitzposition. Eine gute Sitzhaltung erkennst du daran, dass das Becken möglichst weit hinten auf der Sitzfläche liegt, der Rücken an der Lehne anliegt, ohne stark „zusammenzusacken“, die Füße vollständig den Boden erreichen sowie die Person nicht ständig nach vorne oder zur Seite rutscht.

Ist die Sitztiefe zu groß, bleibt zwischen Rücken und Lehne ein Hohlraum, und die Person neigt dazu, nach vorne zu rutschen. Ist die Sitztiefe zu gering, fühlen sich Oberschenkel und Becken instabil an. Gerade bei Menschen, die viel Zeit im Stuhl verbringen, lohnt es sich, auf passende Sitztiefe und Rückenlehnenhöhe zu achten. Ergonomische Senioren- und Pflegestühle sind genau dafür ausgelegt.

Sicher aufstehen – Schritt für Schritt

Für Angehörige und Pflegekräfte ist es hilfreich, einen einfachen, wiederholbaren Ablauf zu etablieren. So entsteht Routine und Sicherheit für beide Seiten.

  1. Vorbereiten

  • Stuhl steht stabil, bei Modellen mit Rollen ist die Bremse angezogen.

  • Die Person sitzt nicht ganz hinten in der Sitzfläche, sondern etwas nach vorne gerückt.

  • Beide Füße stehen leicht nach hinten versetzt, flach auf dem Boden.

  1. Körperschwerpunkt verlagern

  • Die Person stützt beide Hände auf den Armlehnen ab.

  • Der Oberkörper wird leicht nach vorne geneigt, sodass „Nase über den Fußspitzen“ liegt.

  1. Gemeinsam in den Stand

  • Ein klares Signal („Wir stehen jetzt auf“) hilft bei der Orientierung.

  • Die Person drückt sich mit den Beinen und über die Armlehnen nach oben.

  • Angehörige sichern bei Bedarf den Rücken oder stehen seitlich leicht unterstützend, ohne zu ziehen.

  1. Stand stabilisieren

  • Nach dem Aufstehen kurz stehen bleiben, Gleichgewicht prüfen.

  • Erst dann den nächsten Schritt Richtung Bett, Rollator oder Tisch gehen.

Wichtig: Die Bewegung sollte, soweit möglich, von der pflegebedürftigen Person ausgehen. Angehörige und Pflegekräfte begleiten und sichern. Sie ersetzen die Eigenaktivität jedoch nicht vollständig, sondern unterstützen sie.

Transfers: Vom Stuhl ins Bett und zurück

Transfers, also das Umsetzen vom Stuhl ins Bett, auf die Toilette oder in den Rollstuhl, sind körperlich anstrengend und bergen Risiken für beide Seiten. Hilfsmittel können hier Entlastung bringen.

Stühle mit Rollen und Zentralbremse ermöglichen es, die Person direkt im Stuhl von einem Raum in den anderen zu fahren, ohne sie mehrfach umsetzen zu müssen. So wird der Weg vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer oder an den Esstisch einfacher.

Für Transfers gilt generell:

  • Zeit nehmen und jeden Schritt ankündigen,

  • möglichst nah am Körper arbeiten, um Rücken und Schultern zu schonen,

  • Hilfsmittel wie Aufstehhilfen, Transferbretter oder Rollatoren konsequent nutzen,

  • bei Unsicherheit professionelle Anleitung, z. B. durch Physiotherapie oder Pflegedienste, in Anspruch nehmen.

Sturzprävention: Kleine Anpassungen mit großer Wirkung

Viele Stürze passieren beim Hinsetzen oder Aufstehen, etwa, wenn der Stuhl wegrutscht, zu niedrig ist oder die Person das Gleichgewicht verliert. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich hier viel erreichen:

  • Stühle mit rutschfesten Füßen oder breiter Standfläche verwenden.

  • Bei Stühlen mit Rollen immer zuerst die Bremse betätigen.

  • Sitzhöhe und Sitzposition regelmäßig überprüfen, vor allem nach Krankenhausaufenthalten oder Krankheitsverläufen.

  • Ausreichende Beleuchtung im Sitzbereich sicherstellen.

  • Stolperfallen wie lose Teppiche, Kabel oder Gegenstände rund um den Sitzplatz entfernen.

Ein Stuhl mit Aufstehhilfe kann zusätzlich beitragen, das Sturzrisiko zu verringern, weil der Aufstehvorgang geführt, langsamer und weniger kraftintensiv verläuft.

Unterstützung für Angehörige und Pflegekräfte

Wer Angehörige pflegt, ist oft im Dauereinsatz – körperlich und emotional. Gerade beim Bewegen und Aufstehen ist es wichtig, auch die eigene Gesundheit zu schützen.

  • Achte auf deine Körperhaltung: möglichst nah am Körper arbeiten, aus den Beinen statt aus dem Rücken heben.

  • Nutze vorhandene Hilfsmittel konsequent wie Stühle mit Aufstehhilfe, Stühle mit Rollen, Haltegriffe oder auch Aufrichthilfen.

  • Lass dir Techniken zeigen: Viele Pflegedienste, Beratungsstellen oder Therapeuten bieten kurze Schulungen zu Transfers und rückenschonendem Arbeiten an.

  • Plane Entlastung ein in Form von Pausen und kurzen Auszeiten. Unterstützung durch weitere Angehörige oder professionelle Dienste helfen, die Pflege langfristig zu bewältigen.

Unterstützung und entsprechende Hilfsmittel sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Fürsorge – für die pflegebedürftige Person ebenso wie für die pflegenden Menschen.

Stühle und Sessel mit Aufstehhilfe im Devita Sortiment

Speziell entwickelte Senioren- und Pflegesessel können den Pflegealltag spürbar erleichtern. Modelle mit verstellbarer Sitzhöhe, ergonomischen Armlehnen, Rollen mit Zentralbremse und – je nach Ausführung – elektrischer Aufstehfunktion unterstützen sowohl die pflegebedürftige Person als auch das Umfeld.

Devita bietet hier verschiedene Stuhl- und Sessellösungen: vom klassischen Seniorenstuhl mit optimierter Sitzhöhe über Pflegesessel mit Rollen bis hin zu Modellen mit integrierter Aufstehhilfe. So lässt sich für viele Pflegesituationen eine passende Kombination aus sicherem Sitzen, leichterem Aufstehen und entlastendem Transfer finden.

Weitere Informationen zu unserem Sortiment an hochwertigen Seniorenmöbeln finden Sie unter https://www.devita-online.de/.

Titelbild: unsplash.com / @Age Cymru